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Barfen beim Hund: was wirklich in die Ration gehört
Barfen heißt, den Hund mit rohem Fleisch, Innereien, Knochen und pflanzlichen Anteilen zu füttern. Es funktioniert, wenn die Ration die Nährstoffe deckt, die der Hund am Tag braucht. Genau daran scheitert es am häufigsten. Hier steht, wie viel Ihr Hund von jedem kritischen Nährstoff braucht, in Gramm und Milligramm.
Bitte heute noch in die Tierarztpraxis, wenn Ihr Hund roh gefüttert wird und eines davon zutrifft:
- Er würgt, hustet oder speichelt stark, nachdem er einen Knochen bekommen hat
- Er erbricht wiederholt, presst ohne Erfolg auf Kot oder hat einen harten, aufgeblähten Bauch
- Blut im Kot, rot oder schwarz und teerartig
- Fieber, Apathie, wackeliger Gang oder plötzliche Schmerzen beim Aufstehen
- Ein Welpe wächst schief, lahmt oder hat geschwollene Gelenke
Wir behandeln nicht und stellen keine Diagnosen. Diese Seite ist die Fütterungsseite, und sie ersetzt keinen Praxisbesuch.
Was Barfen bedeutet
BARF steht für Biologisch Artgerechte Rohfütterung, im englischen Ursprung für Bones And Raw Food. Gemeint ist immer dasselbe: Der Hund bekommt sein Futter roh und selbst zusammengestellt, statt aus einer fertigen Alleinnahrung.
Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar. Sie sehen jede einzelne Zutat, Sie wissen, woher das Fleisch kommt, und Sie können auf einen Hund eingehen, der etwas nicht verträgt. Viele Hunde vertragen das ausgesprochen gut.
Der Haken liegt nicht beim rohen Fleisch, sondern bei der Bilanz. Ein Alleinfutter muss alle Nährstoffe in einem festgelegten Rahmen liefern. Bei einer selbst zusammengestellten Ration übernehmen Sie diese Aufgabe. Und die kritischen Nährstoffe sind unsichtbar: Kalzium, Jod, Zink, Kupfer und die Vitamine A und D sieht man einer Schüssel nicht an.
Die Regel, mit der fast alle rechnen
Wer nach einer Anleitung sucht, findet fast überall dieselben zwei Faustregeln. Wir haben die verbreiteten Ratgeber am 17. August 2026 nachgesehen. Sie rechnen so:
| Faustregel | Was damit gemeint ist |
|---|---|
| 2 bis 3 Prozent | Tagesmenge in Gramm, gerechnet vom Körpergewicht des erwachsenen Hundes. Kleine Hunde eher am oberen Rand, große eher am unteren |
| 80 zu 20 | 80 Prozent tierischer Anteil, 20 Prozent pflanzlicher Anteil |
| innerhalb des tierischen Anteils | etwa 50 Prozent Muskelfleisch, 20 Prozent Pansen, 15 Prozent Innereien, 15 Prozent Knochen |
| innerhalb des pflanzlichen Anteils | etwa 75 Prozent Gemüse, 25 Prozent Obst |
Diese Aufteilung ist ein brauchbarer Startpunkt. Sie hat nur zwei Schwächen, und beide lassen sich ausrechnen. Die erste: Der Bedarf eines Hundes wächst nicht im gleichen Takt wie sein Gewicht. Die zweite: Prozentanteile sagen nichts darüber, wie viel Kalzium oder Jod am Ende in der Schüssel liegt.
Der Zielwert-Rechner für Ihren Hund
Die üblichen Rechner geben Gramm aus. Dieser hier gibt aus, welche Nährstoffmengen der Tag Ihres Hundes decken muss. Das ist die Zahl, gegen die Sie eine Ration prüfen können, egal nach welchem Modell Sie sie zusammenstellen.
Was Ihr Hund am Tag braucht
Für erwachsene, gesunde Hunde. Grundlage sind die Ernährungsleitlinien des europäischen Verbands der Heimtiernahrungsindustrie (FEDIAF), Ausgabe September 2025, Tabelle VII-11. Die Werte gelten je Kilogramm metabolischem Körpergewicht und Tag.
| Das muss der Tag decken | Zielwert am Tag |
|---|---|
| Kalzium | |
| Phosphor | |
| Kalzium zu Phosphor | 1:1 bis 2:1 |
| Jod | |
| Zink | |
| Kupfer | |
| Eisen | |
| Vitamin A | |
| Vitamin D | |
| Vitamin E | |
| Rohprotein | |
| Fett | |
| Kalzium, Obergrenze |
Alle Werte sind Mindestmengen am Tag, bis auf die ausgewiesene Obergrenze.
Ein Punkt, den fast alle Rechner übersehen: Die Energie steigt mit der Aktivität, der Bedarf an Kalzium, Jod und Zink nicht. Ein Hund, der viel arbeitet, braucht mehr Kalorien, aber nicht mehr Kalzium. Deshalb ändern sich die Werte in der Liste nicht, wenn Sie die Situation umstellen, die Kilokalorien oben schon.
Die Werte gelten für erwachsene, gesunde Hunde im Normalgewicht. Für Welpen, tragende und säugende Hündinnen gelten andere Zahlen, und gerade beim Wachstum ist Kalzium der heikelste Punkt überhaupt, nach oben wie nach unten. Bei Erkrankungen, besonders an Nieren, Leber oder Bauchspeicheldrüse, wird die Ration in der Tierarztpraxis festgelegt, nicht am Rechner.
Warum 2 bis 3 Prozent bei kleinen Hunden zu wenig sind
Der Energiebedarf eines Hundes wächst nicht linear mit seinem Gewicht, sondern mit dem Körpergewicht hoch 0,75. Ein 40 Kilogramm schwerer Hund braucht nicht doppelt so viel wie ein 20 Kilogramm schwerer, sondern etwa das 1,7-Fache. Eine Prozentregel kennt diesen Zusammenhang nicht.
Wir haben es durchgerechnet. Grundlage ist eine Ration aus 60 Prozent Rinderhack, 10 Prozent Rinderleber, 10 Prozent Rinderherz und 20 Prozent Karotte. Nach den Nährwerten der US-amerikanischen Lebensmitteldatenbank FoodData Central des Landwirtschaftsministeriums (USDA) liefert diese Mischung 185 Kilokalorien je 100 Gramm. Dagegen steht der Energiebedarf nach FEDIAF für einen normal aktiven Hund.
| Hund | 2,5 % vom Gewicht | Energie daraus | Bedarf am Tag | Deckung |
|---|---|---|---|---|
| 4 kg | 100 g | 185 kcal | 311 kcal | 59 % |
| 10 kg | 250 g | 462 kcal | 619 kcal | 75 % |
| 20 kg | 500 g | 925 kcal | 1.040 kcal | 89 % |
| 40 kg | 1.000 g | 1.850 kcal | 1.750 kcal | 106 % |
| 60 kg | 1.500 g | 2.775 kcal | 2.371 kcal | 117 % |
Bei einem 4 Kilogramm schweren Hund deckt die Prozentregel nur knapp 60 Prozent der Energie, bei einem 60 Kilogramm schweren rund 117 Prozent. Genau deshalb steht in vielen Anleitungen, kleine Hunde brauchten eher 3 bis 4 Prozent und große eher 2. Das ist die Faustregel, die versucht, ihren eigenen Fehler wieder einzufangen.
Wenn Sie die Menge lieber gleich über den Energiegehalt bestimmen wollen, statt über einen Anteil vom Gewicht, führt Sie unser Futtermengen-Rechner Schritt für Schritt hindurch.
Was in einer Ration ohne Knochen wirklich steckt
Die zweite Schwäche der Prozentregel ist die wichtigere. Wir haben dieselbe Ration einmal komplett durchgerechnet, für einen normal aktiven Hund mit 20 Kilogramm und 500 Gramm am Tag. Nährwerte aus der USDA-Datenbank, Zielwerte nach FEDIAF. Die Ration enthält keine Knochen und keine Ergänzung, so wie viele Anfängerrationen aussehen.
| Nährstoff | in der Ration | Bedarf am Tag | Deckung |
|---|---|---|---|
| Energie | 925 kcal | 1.040 kcal | 89 % |
| Rohprotein | 71,6 g | 46,8 g | 153 % |
| Fett | 64,0 g | 14,3 g | 448 % |
| Kalzium | 93 mg | 1.324 mg | 7 % |
| Phosphor | 809 mg | 1.040 mg | 78 % |
| Zink | 15,6 mg | 18,9 mg | 83 % |
| Kupfer | 5,3 mg | 1,9 mg | 281 % |
| Eisen | 10,7 mg | 9,5 mg | 113 % |
| Vitamin A, tierisch | 8.492 IE | 1.579 IE | 538 % |
Das Bild ist typisch: Eiweiß und Fett reichlich, Kalzium bei 7 Prozent. Es fehlen 1.231 Milligramm Kalzium am Tag. Das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor liegt bei 1 zu 8,7, gebraucht wird ein Bereich zwischen 1 zu 1 und 2 zu 1.
Zwei Zahlen aus derselben Rechnung sind auch nach oben auffällig. Das Kupfer aus der Leber liegt beim 2,8-Fachen des Mindestbedarfs, über der Obergrenze, die für Alleinfutter gilt. Und der Fettgehalt von 448 Prozent hängt am gewählten Hack mit 20 Prozent Fett. Beides zeigt, dass eine Ration nicht nur nach unten danebenliegen kann.
Jod haben wir nicht ausrechnen können. Die Lebensmitteldatenbank führt für Fleisch, Innereien und Gemüse keine Jodwerte, weil dort praktisch keines enthalten ist. Das ist kein Rechenfehler, sondern der Befund.
Kalzium: die Lücke, die am häufigsten offen bleibt
Warum trifft es immer das Kalzium? Weil Muskelfleisch und Innereien reich an Phosphor sind und fast kein Kalzium enthalten. Auch das haben wir aus den Rohwerten der USDA-Datenbank ausgerechnet, je 100 Gramm im rohen Zustand:
| Zutat, roh | Kalzium | Phosphor | Verhältnis |
|---|---|---|---|
| Rinderhack | 18 mg | 158 mg | 1 zu 8,8 |
| Rinderherz | 7 mg | 212 mg | 1 zu 30,3 |
| Rinderleber | 5 mg | 387 mg | 1 zu 77,4 |
| Karotte | 33 mg | 35 mg | 1 zu 1,1 |
Ausgerechnet die Leber, die als besonders wertvoll gilt, ist der stärkste Phosphorlieferant. Ohne eine gezielte Kalziumquelle kann eine Fleischration das Verhältnis gar nicht erreichen. Im BARF-Modell übernehmen das die 15 Prozent Knochen. Wer sie weglässt, weil der Hund sie nicht verträgt oder weil ihm die Sache mit den Knochen unheimlich ist, muss das Kalzium anders in die Schüssel bringen.
Wichtig ist dabei die Richtung: Beim erwachsenen Hund ist zu wenig Kalzium das häufigere Problem, beim wachsenden Hund ist zu viel genauso gefährlich wie zu wenig. Deshalb gehört eine Welpenration in fachliche Begleitung und nicht an einen Rechner.
Was Studien an echten Rationen gefunden haben
Unsere Rechnung oben ist ein Modell. Es gibt aber Untersuchungen an tatsächlich gefütterten Rationen, und sie kommen zum selben Bild.
Die Tierärztin Dr. Natalie Dillitzer hat gemeinsam mit N. Becker und Prof. Ellen Kienzle vom Lehrstuhl für Tierernährung und Diätetik der Ludwig-Maximilians-Universität München 95 Rohfleischrationen für erwachsene Hunde in Deutschland ausgewertet. Veröffentlicht 2011 im British Journal of Nutrition. Die Ergebnisse:
| Befund | Anteil der 95 Rationen |
|---|---|
| mindestens eine der unten genannten Schieflagen | 60 % |
| weniger Jod als der Mindestbedarf | etwa 50 % |
| höchstens 70 % der Empfehlung für Vitamin A | 25 % |
| weniger als 25 % der Kalziumempfehlung | 10 % |
| kleinere Auffälligkeiten oder ausgewogen | 40 % |
In den Rationen mit dem Kalziummangel lag das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor unter 0,6 zu 1, und auch Vitamin D lag unter der Empfehlung. Zink und Kupfer waren bei vielen Rationen knapp.
Ein Übersichtsartikel von PD Dr. Petra Kölle und M. Schmidt von der Medizinischen Kleintierklinik der LMU München, 2015 in der Tierärztlichen Praxis Kleintiere erschienen, nennt dieselben Schwachstellen: Kalzium, die Spurenelemente Kupfer, Zink und Jod, die Vitamine A und D sowie das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor. Die Autoren empfehlen ausdrücklich, eine Rohfleischration fachlich prüfen und anpassen zu lassen.
Beide Arbeiten sagen nicht, dass Barfen falsch ist. Sie sagen, dass die Zusammenstellung die Arbeit ist. Und 40 Prozent der untersuchten Rationen waren in Ordnung, das gehört genauso dazu.
Rohes Fleisch und die Sache mit den Keimen
Der zweite Punkt neben der Bilanz ist die Hygiene, und er betrifft nicht nur den Hund. Eine Arbeitsgruppe der Universität Utrecht und des niederländischen Reichsinstituts für Volksgesundheit und Umwelt hat 35 tiefgekühlte Rohfleischprodukte von acht Anbietern untersucht, veröffentlicht 2018 im Veterinary Record. Gefunden wurden:
| Keim oder Parasit | in wie vielen der 35 Produkte |
|---|---|
| E. coli mit besonderer Antibiotikaresistenz | 28 Produkte, 80 % |
| Listeria monocytogenes | 19 Produkte, 54 % |
| E. coli O157:H7 | 8 Produkte, 23 % |
| Salmonellen | 7 Produkte, 20 % |
| Toxoplasma gondii | 2 Produkte, 6 % |
Das ist kein Grund, das Barfen zu lassen. Es ist ein Grund, rohes Fleisch so zu behandeln wie rohes Hühnchen in der eigenen Küche: getrennte Bretter und Messer, Hände waschen, im Kühlschrank auftauen und nicht auf der Arbeitsplatte, Napf nach jeder Mahlzeit heiß spülen. Besondere Vorsicht gilt in Haushalten mit Säuglingen, Schwangeren, sehr alten oder immungeschwächten Menschen, denn ein Teil der Keime wird über das Fell und den Kot des Hundes weitergegeben.
Knochen: der Punkt, an dem es gefährlich werden kann
Knochen sind im BARF-Modell die Kalziumquelle, und sie sind zugleich das Bauteil mit dem größten Risiko. Was in der Praxis Probleme macht:
| Punkt | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Gekochte Knochen | Splittern scharfkantig. Knochen werden im BARF-Modell ausschließlich roh gegeben |
| Zu viel Knochen | Führt zu hartem, hellem Kot bis hin zur Verstopfung, und liefert dauerhaft zu viel Kalzium |
| Zu große Stücke | Werden verschluckt statt zerkaut. Schlingende Hunde brauchen eine andere Kalziumquelle |
| Tragende Knochen großer Tiere | Sehr hart, häufiger Grund für abgebrochene Zähne |
| Alternative | Wer keine Knochen füttern will, deckt das Kalzium über eine andere geeignete Quelle. Welche und wie viel, ist eine Rechenfrage, keine Geschmacksfrage |
Wenn Ihr Hund nach einer Knochenmahlzeit würgt, presst oder erbricht, gehört er in die Praxis und nicht in die Beobachtung bis morgen. Der Kasten oben nennt die Zeichen.
So steigen Sie um, ohne dass es schiefgeht
Woran Sie merken, dass es passt: Der Kot ist geformt und mittelbraun, das Gewicht bleibt stabil, das Fell glänzt, der Hund ist wach und leistungsfähig. Woran Sie es nicht merken: an einem beginnenden Jodmangel, an zu wenig Zink oder an einer Kalziumbilanz, die seit Monaten kippt. Diese Dinge zeigen sich erst spät, und dann meist deutlich.
Wenn Barfen im Alltag nicht passt
Barfen kostet Zeit, Kühlraum und Genauigkeit. Es gibt Situationen, in denen etwas anderes der ehrlichere Weg ist:
| Situation | Warum es schwierig wird |
|---|---|
| Kein Platz im Gefrierschrank | Ohne Vorrat wird jede Mahlzeit zur Tagesentscheidung, und dann leidet die Zusammenstellung |
| Häufig unterwegs oder wechselnde Betreuung | Rohfleisch reist schlecht, und Vertretungen halten die Ration selten genau ein |
| Säugling, Schwangerschaft oder Immunschwäche im Haushalt | Das Keimthema aus dem Abschnitt oben wiegt hier schwerer |
| Erkrankungen an Niere, Leber oder Bauchspeicheldrüse | Die Ration muss dann gezielt begrenzt werden, siehe unsere Seite zur Fütterung bei Bauchspeicheldrüsenentzündung |
| Wachsender Welpe, ohne fachliche Begleitung | Kalzium ist beim Wachstum nach oben und nach unten heikel |
Dann ist ein durchgerechnetes Alleinfutter nicht der schlechtere, sondern der sicherere Weg. Ob nass, trocken oder beides, steht in unserem Beitrag zu Nassfutter oder Trockenfutter. Es gibt auch den Mittelweg: eine Grundlage aus Alleinfutter und rohe Anteile als Ergänzung. Auch dieser Weg wird gerechnet, nicht geschätzt, denn eine halbe Rohration hat eine halbe Kalziumlücke.
Häufige Fragen
Wie viel Fleisch braucht mein Hund beim Barfen am Tag?
Die verbreitete Faustregel sind 2 bis 3 Prozent des Körpergewichts als Tagesmenge, bei kleinen Hunden eher mehr, bei großen eher weniger. Genauer wird es über den Energiebedarf: Körpergewicht hoch 0,75, multipliziert mit 110 Kilokalorien für einen normal aktiven erwachsenen Hund. Nach unserer Rechnung deckt die Prozentregel bei einem 4 Kilogramm schweren Hund nur knapp 60 Prozent des Energiebedarfs, bei einem 60 Kilogramm schweren rund 117 Prozent.
Wie setzt sich eine BARF-Ration zusammen?
Die verbreiteten Anleitungen rechnen mit 80 Prozent tierischem und 20 Prozent pflanzlichem Anteil. Der tierische Anteil besteht aus etwa 50 Prozent Muskelfleisch, 20 Prozent Pansen, 15 Prozent Innereien und 15 Prozent Knochen, der pflanzliche aus etwa 75 Prozent Gemüse und 25 Prozent Obst. Diese Aufteilung ist ein Startpunkt, sie sagt aber nichts darüber, ob die Nährstoffmengen am Ende stimmen.
Warum fehlt beim Barfen so oft Kalzium?
Weil Muskelfleisch und Innereien viel Phosphor und fast kein Kalzium enthalten. Rinderhack liegt bei einem Verhältnis von 1 zu 8,8, Rinderleber sogar bei 1 zu 77, gebraucht wird ein Bereich zwischen 1 zu 1 und 2 zu 1. Ohne Knochen oder eine andere Kalziumquelle ist die Lücke rechnerisch unvermeidbar. In unserer Modellration ohne Knochen kam ein 20 Kilogramm schwerer Hund auf 7 Prozent seines Kalziumbedarfs.
Ist Barfen gefährlich für meinen Hund?
Barfen ist nicht grundsätzlich gefährlich, es ist anspruchsvoll. Zwei Punkte fallen in Untersuchungen immer wieder auf: die Nährstoffbilanz und die Keimbelastung von rohem Fleisch. In einer Auswertung von 95 deutschen Rohfleischrationen hatten 60 Prozent mindestens eine Schieflage, 40 Prozent waren in Ordnung oder hatten nur kleinere Auffälligkeiten. Wer die Ration einmal rechnen lässt und sauber arbeitet, kommt gut zurecht.
Brauche ich beim Barfen Ergänzungen?
In den allermeisten Rationen ja, vor allem für Jod, oft auch für Zink und für Kalzium, wenn keine Knochen gefüttert werden. Jod ist der auffälligste Fall: In der Auswertung von 95 Rationen lag rund die Hälfte unter dem Mindestbedarf, weil Fleisch, Innereien und Gemüse praktisch kein Jod enthalten. Welche Ergänzung in welcher Menge nötig ist, ergibt sich erst aus der durchgerechneten Ration.
Darf ich meinem Hund rohe Knochen geben?
Rohe Knochen ja, gekochte nie, denn sie splittern scharfkantig. Zu viel Knochen führt zu hartem, hellem Kot bis hin zur Verstopfung, zu große Stücke werden von schlingenden Hunden verschluckt statt zerkaut, und sehr harte tragende Knochen großer Tiere brechen Zähne. Wenn Ihr Hund nach einer Knochenmahlzeit würgt, presst oder erbricht, gehört er sofort in die Tierarztpraxis.
Kann ich Barfen und Fertigfutter mischen?
Ja, das ist ein verbreiteter Mittelweg. Nur wird er genauso gerechnet wie eine reine Rohration, denn eine halbe Rohration bringt auch eine halbe Nährstofflücke mit. Das Alleinfutter deckt seinen Anteil, der rohe Anteil braucht seine eigene Kalzium- und Jodversorgung.
Was kostet die Futterberatung bei Ihnen?
Nichts. Sie ist kostenlos und unverbindlich, auch wenn Sie danach nichts bestellen.
Wir rechnen Ihre Ration mit Ihnen durch
Wenn Sie barfen oder damit anfangen wollen, ist die nützlichste Stunde die, in der jemand Ihre Ration einmal gegen die Zielwerte hält. Dann wissen Sie, wo Sie stehen, und können danach frei variieren, statt bei jeder neuen Zutat wieder zu raten.
Wir schauen uns an, was Ihr Hund tatsächlich bekommt, wo die Bilanz kippt und was der einfachste Weg ist, sie zu schließen. Ergebnisoffen, auch wenn am Ende herauskommt, dass Sie alles richtig machen.
Kostenlos und unverbindlich. Ihre Anfrage geht an eine Beraterin oder einen Berater aus unserem Team. In unserem Team arbeiten Ernährungsberater, Tierärztinnen und Tierärzte, Tierphysiotherapeuten, Tierheilpraktiker und Züchter. Wir behandeln nicht und stellen keine Diagnosen, das bleibt bei Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt.
Quellen dieser Seite: FEDIAF Nutritional Guidelines, Ausgabe September 2025, Tabellen III-3b und VII-11 (Nährstoffempfehlungen und Energiebedarf) · U.S. Department of Agriculture, FoodData Central, Datensatz SR Legacy (Nährwerte der Rohstoffe) · Dillitzer N, Becker N, Kienzle E: Intake of minerals, trace elements and vitamins in bone and raw food rations in adult dogs, British Journal of Nutrition 2011 · Kölle P, Schmidt M: Rohfleischfütterung (BARF) als Ernährungsform für Hunde, Tierärztliche Praxis Kleintiere 2015 · van Bree FPJ et al.: Zoonotic bacteria and parasites found in raw meat-based diets for cats and dogs, Veterinary Record 2018. Alle Rechnungen auf dieser Seite stammen von uns. Stand: 17. August 2026.