Wir sind selbstständige Reico Vertriebspartner.

Hundefutter mit hohem Fleischanteil: was die Prozentzahl auf der Packung wirklich sagt

Die Zahl ist der meistgenutzte Anhaltspunkt beim Futterkauf, und sie ist der am häufigsten missverstandene. Sie sagt, wie viel von einer Zutat in die Rezeptur eingewogen wurde. Sie sagt nicht, in welchem Zustand, welche Teile des Tieres gemeint sind und ob sie sich auf die ganze Klammer bezieht oder nur auf einen Teil davon. Hier steht, welche Regeln dahinterstehen und woran Sie die Zahl auf Ihrer eigenen Packung einordnen.

Die kurze Antwort: Ein hoher Fleischanteil auf der Packung bedeutet, dass beim Anmischen der Rezeptur entsprechend viel von dieser Zutat auf die Waage kam. Er bedeutet nicht automatisch mehr Fleisch im Napf, denn dieselbe Zutat darf entweder in ihrer getrockneten Form oder als frisches Ausgangsgewicht angegeben werden. Zwischen beiden Angaben liegt nach dem Beispiel des Kennzeichnungskodex etwa das Neunfache.

Deshalb lassen sich zwei Prozentzahlen von zwei Packungen nicht gegeneinander rechnen, und deshalb gibt es auch keine Zahl, ab der ein Futter gut wäre. Was Sie stattdessen ablesen können, steht weiter unten, Punkt für Punkt an der Rückseite entlang.

Von Ronja Lebeda · veröffentlicht am 21. September 2026

Warum diese eine Zahl so viel Gewicht bekommt

Wer ein Futter beurteilen will, bevor er es kauft, hat drei Möglichkeiten: das Werbewort auf der Vorderseite, eine Prozentzahl, oder die Zutatenliste auf der Rückseite. Wir haben nachgezählt, wonach tatsächlich gesucht wird.

Grundlage ist ein Datensatz aus dem Google Keyword Planner, den wir am 8. August 2026 für Deutschland und Österreich erhoben haben: 10.763 Suchideen, davon 1.072 mit mindestens 200 Suchanfragen im Monat. 86 dieser Begriffe drehen sich um die Frage, wie man ein Futter beurteilt, zusammen 73.010 Suchanfragen im Monat. So verteilen sie sich:

Wonach gesucht wirdSuchanfragen im MonatAnteil
Nach dem Werbewort: bestes, gutes, hochwertiges Hundefutter39.86054,6 %
Nach einem Ausschluss: ohne Getreide, ohne Zucker, eine Fleischsorte25.96035,6 %
Nach der Zahl: Fleischanteil7.1909,8 %
Nach dem, was auf der Rückseite steht: Zusammensetzung, Deklarationkein Begriff über der Messschwelle0 %

Jeder Begriff ist genau einer Zeile zugeordnet, nichts wird doppelt gezählt. Die Null in der letzten Zeile heißt nicht, dass niemand danach sucht, sondern dass kein einziger solcher Begriff die Schwelle von 200 Suchanfragen im Monat erreicht. Wir haben am 21. September 2026 gezielt nachgemessen, im selben Werkzeug und in einer einzigen Abfrage: Hundefutter Inhaltsstoffe 140, tierische Nebenerzeugnisse Hundefutter 70, analytische Bestandteile Hundefutter 50, Hundefutter Zusammensetzung 40, Hundefutter Deklaration 20 Suchanfragen im Monat. Zum Vergleich: allein Hundefutter mit hohem Fleischanteil kommt auf 880.

Das ist der ganze Befund in einem Satz: Auf jede Suche nach dem, was hinten auf der Packung steht, kommen hunderte Suchen nach dem, was vorne draufsteht. Genau umgekehrt fangen wir in der Beratung an. Die Vorderseite ist gestaltet, die Rückseite ist geregelt.

Was auf der Rückseite stehen muss

Unter der Überschrift Zusammensetzung stehen die Zutaten absteigend nach Gewicht, die größte zuerst. Das ist keine freiwillige Gepflogenheit, sondern Vorgabe. Der Kodex für die gute Kennzeichnung von Heimtierfuttermitteln des europäischen Heimtiernahrungsverbands FEDIAF nennt es auf Seite 20 das Prinzip der Mischschüssel und verweist dafür auf die Verordnung (EG) Nr. 767/2009. Die Prozentangaben dahinter sind grundsätzlich freiwillig, der Kodex schreibt an derselben Stelle, dass die Liste den Gewichtsprozentsatz enthalten kann. Eine wichtige Ausnahme davon kommt weiter unten, sie betrifft alles, was auf der Vorderseite hervorgehoben ist.

Daraus folgt der erste praktische Satz: Die Reihenfolge steht immer da, die Zahl nicht zwingend. Fehlt auf einer Packung jede Prozentangabe und wird vorne auch keine Sorte hervorgehoben, ist das kein Versäumnis und kein Hinweis auf schlechte Ware, sondern schlicht eine erlaubte Form.

Die vier Wörter und ihre Mindestmengen

Sobald ein Hersteller eine Zutat im Namen oder in der Aufmachung hervorhebt, greifen feste Untergrenzen. Der Kodex listet sie auf Seite 83 im Wortlaut:

Steht auf der PackungWas das für den Anteil dieser Zutat bedeutet
aromatisiert mit Rindweniger als 4 % Rind, das ist eine Obergrenze
mit Rindmindestens 4 % Rind
reich an Rindmindestens 14 % Rind
Rind-Menümindestens 26 % Rind

Die Fleischsorte ist hier nur ein Beispiel, die Regel gilt für jede hervorgehobene Zutat. Der Kodex illustriert sie selbst mit Gemüse: eine Sorte mit Karotten muss mindestens 4 Prozent Karotten enthalten oder eine entsprechende Menge getrockneter Karotten.

Das ist bereits eine Lesehilfe, die im Laden funktioniert. Mit Huhn und Huhn-Menü sehen auf der Packung ähnlich aus und liegen mindestens 22 Prozentpunkte auseinander. Ein Urteil über das Futter ist das trotzdem nicht: Auch 4 Prozent können in einer Rezeptur richtig sein, je nachdem, was sonst darin steckt.

Warum ein Bild auf der Vorderseite eine Zahl auf der Rückseite erzwingt

Diesen Punkt kennen die wenigsten, und er ist der nützlichste von allen. Der Kodex sagt auf Seite 21: Bezeichnung und Gewichtsprozentsatz einer Zutat sind anzugeben, wenn ihr Vorhandensein durch die Kennzeichnung in Worten, Bildern oder Grafiken betont wird.

Im Klartext: Wenn vorne ein Stück Fleisch abgebildet ist oder eine Sorte groß im Namen steht, dann muss hinten eine Prozentzahl dazu stehen. Finden Sie sie nicht, lohnt der zweite Blick, denn dann ist entweder die Abbildung nur Dekoration oder die Angabe steckt in einer Klammer, die leicht zu übersehen ist. Womit wir bei der Klammer sind.

Wo der Satz endet, entscheidet über die Zahl

Das ist die Stelle, an der wir in der Beratung am häufigsten gefragt werden, und sie lässt sich in einer Minute erklären. Der Kodex führt auf Seite 21 dieses Beispiel an: Wird auf dem Etikett eine Sorte hervorgehoben, so steht in der Zusammensetzung Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Rind x %).

Die Klammer gehört also zu dem Begriff davor. Sie sagt, welcher Anteil des davorstehenden Sammelbegriffs auf die genannte Sorte entfällt. Und jetzt kommt es darauf an, wo der Satz aufhört. Die beiden folgenden Zeilen sind unsere eigenen Beispiele, nicht die des Kodex, und sie zeigen denselben Aufbau mit einem anderen Satzzeichen:

  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Rind 25 %, Rinderherz 25 %, Rinderleber 25 %). Hier schließt die Klammer, und danach steht ein Punkt. Die drei Zahlen zählen zusammen, es sind also 75 Prozent vom Rind.
  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Rind 25 %), Getreide, Öle und Fette. Hier geht der Satz mit einem Komma weiter. Die 25 Prozent gelten dann nur für den genannten Teil, und was sonst noch unter dem Sammelbegriff steckt, steht nicht da.

Beides ist zulässig, beides ist verbreitet, und der Unterschied hängt an einem Satzzeichen. Genau deshalb nehmen wir uns im Gespräch die Rückseite Zeile für Zeile vor, statt über eine einzelne Zahl zu reden.

Frisch oder getrocknet: derselbe Rohstoff, zwei verschiedene Zahlen

Das ist der eigentliche Grund, warum Prozentzahlen von zwei Packungen nicht vergleichbar sind, und er steht schwarz auf weiß im Kodex.

Erstens, Seite 20: Werden Zutaten in konzentrierter oder getrockneter Form verwendet, sind sie in der Reihenfolge ihres Gewichts in dieser konzentrierten oder getrockneten Form anzugeben. Begriffe wie getrocknet, Pulver oder Mehl sind dabei zulässig und sollen den Zustand erkennbar machen.

Zweitens, Seite 83: Die angegebenen Mengen dürfen auch auf Grundlage der Rückrechnung auf den frischen Zustand ermittelt werden. Das Beispiel dazu steht auf Seite 84, und es zeigt beide Schreibweisen für ein und dieselbe Rezeptur:

Schreibweise auf dem EtikettWas dort steht
im frischen Zustand angegebenKarotten (4 %)
im getrockneten Zustand angegebengetrocknete Karotten (0,45 %, entspricht 4 % Karotten)

Beide Zeilen stammen aus demselben Beispiel des Kodex, Seite 84, und beschreiben dieselbe Menge derselben Zutat.

Die Rechnung dazu können Sie selbst machen, sie braucht nur eine Division: 4 geteilt durch 0,45 ergibt rund 8,9. Zwischen der frischen und der getrockneten Angabe derselben Zutat liegt in diesem Beispiel also etwa das Neunfache. Beim Gemüse ist das anschaulich, bei Fleisch ist der Faktor kleiner, weil der Wassergehalt ein anderer ist, aber das Prinzip ist dasselbe.

Damit ist auch klar, warum es keine Umrechnungsformel gibt: Sie wüssten für die Umrechnung den Wassergehalt des Rohstoffs vor der Verarbeitung, und der steht auf keiner Packung. Eine Prozentzahl ist ein Einwaagewert, kein Messwert am fertigen Futter. Messwerte stehen weiter unten auf der Packung, unter der Überschrift Analytische Bestandteile.

Schicken Sie uns ein Foto Ihrer Rückseite

Wir gehen die Zusammensetzung Ihres jetzigen Futters mit Ihnen durch und sagen Ihnen, worauf sich jede Prozentzahl darauf bezieht, welche Angaben freiwillig sind und welche nicht. Ohne Urteil über Ihre Marke, einfach Zeile für Zeile. Das kostet Sie nichts und verpflichtet Sie zu nichts.

Kostenlose Futterberatung anfragen

Nassfutter und Trockenfutter: warum die Zahlen so weit auseinanderliegen

Wer beide Futterformen nebeneinanderlegt, sieht auf den Dosen regelmäßig höhere Prozentzahlen als auf den Säcken. Daraus folgt nicht, dass Nassfutter mehr Fleisch enthält.

Der Grund ist das Wasser, und er hat zwei Seiten. Bei einem Nassfutter wandert das Wasser mit in die Dose, die Zutat kommt also frisch auf die Waage und bleibt es. Bei einem Trockenfutter wird der Rohstoff getrocknet, und nach der Regel von Seite 20 zählt dann sein getrocknetes Gewicht. Derselbe Rohstoff steht also einmal mit seinem Frischgewicht und einmal mit seinem Trockengewicht in der Liste.

Ein zweiter Punkt kommt dazu, und er erklärt, warum die Vergleichbarkeit auch an anderer Stelle endet: Der Feuchtigkeitsgehalt muss nach dem Kodex, Seite 85, nur dann ausgewiesen werden, wenn ein Produkt mehr als 14 Prozent Feuchtigkeit enthält. Bei Nassfutter steht er also fast immer da, bei Trockenfutter oft nicht. Damit fehlt Ihnen bei der einen Packung genau die Angabe, die Sie zum Vergleich bräuchten.

Praktisch heißt das: Vergleichen Sie Prozentzahlen nur innerhalb derselben Futterform, und auch dort nur, wenn beide Packungen denselben Zustand angeben. Was die beiden Futterformen sonst noch unterscheidet, steht in unserem Beitrag Nassfutter oder Trockenfutter für den Hund.

Zwei erlaubte Wege, die Zutaten zu benennen

Der Kodex beschreibt auf Seite 83 zwei Arten, eine Zusammensetzung anzugeben, und beide sind zulässig:

  • Nach Kategorien, also mit Sammelbegriffen, die in der EU-Gesetzgebung definiert sind. Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse ist so eine Kategorie, ebenso Gemüse, Getreide oder Mineralstoffe.
  • Nach Einzelbezeichnungen, also mit dem Namen der jeweiligen Zutat, etwa Rinderleber, Weizen oder Hühnerfett.

Im Netz wird der erste Weg oft als der schlechtere dargestellt. Das ist zu einfach gedacht, und es hält der Praxis nicht stand: Eine Einzelbezeichnung ohne Prozentzahl sagt Ihnen genauso wenig wie ein Sammelbegriff mit Prozentzahl. Entscheidend ist nicht die Form der Liste, sondern ob Tierart und Menge dastehen. Beide Wege können das leisten, und beide können es unterlassen.

Zwei Feinheiten, die sonst für Verwirrung sorgen: Der Begriff Mineralstoffe darf laut Kodex, Seite 21, auch dann als Sammelbegriff stehen, wenn alle anderen Zutaten einzeln benannt sind. Er ist also kein Bruch in der Liste. Und die Kategorie Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse ist im Kodex auf Seite 83 wörtlich definiert als alle Fleischteile geschlachteter warmblütiger Landtiere sowie alle Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse aus der Verarbeitung von Tierkörpern. Sie umfasst damit ausdrücklich auch Innereien, die in vielen Ländern nicht auf dem Teller landen, ernährungsphysiologisch aber wertvoll sind.

Quelle für alle Angaben in diesem Beitrag: Kodex für die gute Kennzeichnung von Heimtierfuttermitteln des europäischen Heimtiernahrungsverbands FEDIAF, deutsche Fassung Oktober 2018, Seiten 20, 21, 83, 84 und 85, dazu die dort zitierte Verordnung (EG) Nr. 767/2009. Wir nennen Quellen, verlinken sie aber nicht. Wichtig zum Verständnis: Dieser Kodex regelt, was ein Wort auf der Packung bedeutet. Er sagt nichts darüber, was ein Hund braucht, und wir verwenden ihn auch nicht so.

Was die Zahl nicht beantwortet

Vier Dinge, die sich aus keiner Prozentangabe ablesen lassen, egal wie hoch sie ist:

  • Welche Teile gemeint sind. Muskelfleisch, Herz, Leber, Pansen: Alles zählt zur selben Kategorie und kann hinter derselben Zahl stecken. Steht eine Aufschlüsselung in der Klammer, wissen Sie mehr.
  • Wie das Futter verarbeitet wurde. Ob schonend gegart oder stark erhitzt gepresst, steht nicht in der Zusammensetzung. Was dahintersteckt, haben wir in unserem Beitrag Kaltgepresstes Hundefutter aufgeschrieben.
  • Wie viel davon im Napf landet. Das entscheidet die Fütterungsempfehlung, und die fällt bei gleichem Fleischanteil sehr unterschiedlich aus. Nachrechnen können Sie das auf unserer Seite Futtermenge für Ihren Hund berechnen.
  • Ob es Ihrem Hund bekommt. Das zeigt sich erst in der Fütterung, und dafür ist die Umstellung der entscheidende Schritt. Wie die abläuft, steht in unserem Beitrag Futterumstellung beim Hund.

Wir behandeln nicht und ersetzen keinen Tierarztbesuch. Wir beraten zur Fütterung. Wenn eine Frage darüber hinausgeht, holen wir die passende Person aus unserem Team dazu. Bei uns arbeiten Ernährungsberater, Tierärztinnen und Tierärzte, Tierphysiotherapeuten, Tierheilpraktiker und Züchter mit, und wir bringen Sie mit der Person zusammen, die zu Ihrer Frage passt.

So gehen Sie jetzt vor

1. Beratung anfragen

Füllen Sie das Formular unten aus. Die Futterberatung ist kostenlos, Sie bekommen einen persönlichen Ansprechpartner und einen unverbindlichen Vorschlag.

2. Die Rückseite fotografieren

Wir brauchen die Zusammensetzung und die analytischen Bestandteile, nicht die Vorderseite. Bei kleiner Schrift lieber zwei Fotos als eins.

3. Aufschreiben, was er sonst bekommt

Leckerli, Kauartikel, Zahnpflegesnacks, Reste vom Tisch. Das zählt zur Tagesmenge dazu und wird beim Vergleich zweier Sorten regelmäßig vergessen.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte der Fleischanteil im Hundefutter sein?

Dafür gibt es keine allgemeingültige Zahl, und wer eine nennt, müsste dazusagen, worauf sie sich bezieht. Die Prozentangabe auf der Packung ist ein Einwaagewert: Sie sagt, wie viel von einer Zutat in die Rezeptur kam, nicht in welchem Zustand und nicht, welche Teile gemeint sind. Dieselbe Menge desselben Rohstoffs kann als frisches oder als getrocknetes Gewicht dastehen, und zwischen beiden liegt nach dem Beispiel des Kennzeichnungskodex etwa das Neunfache. Sinnvoller als eine Zielzahl ist deshalb, die Zusammensetzung im Zusammenhang zu lesen, und genau das machen wir in der kostenlosen Futterberatung mit Ihnen.

Was bedeutet mit Rind, reich an Rind und Rind-Menü auf der Packung?

Das sind vier feste Stufen. Aromatisiert mit Rind bedeutet weniger als 4 Prozent Rind, mit Rind mindestens 4 Prozent, reich an Rind mindestens 14 Prozent und Rind-Menü mindestens 26 Prozent. So legt es der Kodex für die gute Kennzeichnung von Heimtierfuttermitteln auf Seite 83 fest, und die Regel gilt für jede hervorgehobene Zutat, nicht nur für Fleisch. Zwei Packungen, die auf den ersten Blick ähnlich aussehen, können dadurch mindestens 22 Prozentpunkte auseinanderliegen.

Warum hat Nassfutter einen höheren Fleischanteil als Trockenfutter?

Weil in beiden Zahlen etwas anderes steckt. Bei einem Nassfutter geht die Zutat frisch auf die Waage und ihr Wasser bleibt im Produkt. Bei einem Trockenfutter wird der Rohstoff getrocknet, und nach dem Kennzeichnungskodex, Seite 20, zählt dann sein getrocknetes Gewicht. Derselbe Rohstoff erscheint also einmal mit seinem Frischgewicht und einmal mit seinem Trockengewicht. Ein Vergleich der beiden Prozentzahlen ist deshalb keine Rechnung, sondern ein Irrtum. Vergleichen Sie nur innerhalb derselben Futterform und nur, wenn beide Packungen denselben Zustand angeben.

Was sind tierische Nebenerzeugnisse im Hundefutter?

Das ist eine gesetzlich definierte Kategorie, kein Werturteil. Der Kennzeichnungskodex definiert Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse auf Seite 83 als alle Fleischteile geschlachteter warmblütiger Landtiere sowie alle Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse aus der Verarbeitung von Tierkörpern. Darunter fallen also auch Innereien wie Herz, Leber, Lunge oder Pansen, die in der menschlichen Küche je nach Land unüblich sind, ernährungsphysiologisch aber wertvoll. Welche Teile in einem konkreten Futter stecken, sagt die Kategorie allein nicht. Das steht nur dann da, wenn eine Aufschlüsselung in der Klammer folgt.

Ist ein Futter mit Einzelbezeichnungen besser als eines mit Kategorien?

Nein, das ist eine verbreitete Verkürzung. Der Kennzeichnungskodex beschreibt auf Seite 83 beide Wege als zulässig: die Angabe nach Kategorien und die Angabe nach Einzelbezeichnungen. Eine Einzelbezeichnung ohne Prozentzahl sagt Ihnen genauso wenig wie ein Sammelbegriff mit Prozentzahl. Entscheidend ist nicht die Form der Liste, sondern ob Tierart und Menge dastehen. Beide Wege können das leisten, und beide können es unterlassen.

Woran erkenne ich hochwertiges Hundefutter, wenn die Prozentzahl es nicht verrät?

An vier Dingen, die alle auf der Rückseite stehen: an der Reihenfolge der Zutaten, denn sie ist absteigend nach Gewicht vorgeschrieben, an der Frage, ob hinter einer hervorgehobenen Sorte auch eine Prozentzahl steht, an der Klammer und daran, wo der Satz endet, und an den analytischen Bestandteilen darunter. Was sich daraus nicht ablesen lässt, ist die Verarbeitung und die Frage, wie viel davon am Ende im Napf landet. Schicken Sie uns ein Foto Ihrer Rückseite, dann gehen wir die Punkte gemeinsam durch, ohne Urteil über Ihre Marke.

Wir lesen Ihre Packung mit Ihnen

Die Futterberatung ist kostenlos. Sie bekommen einen persönlichen Ansprechpartner, eine Einordnung der Angaben auf Ihrer jetzigen Packung und einen unverbindlichen Vorschlag. Schicken Sie uns Ihre Frage und ein Foto der Rückseite, wir melden uns bei Ihnen.

Wenn Sie vorher wissen möchten, wie so ein Gespräch abläuft: Kostenlose Futterberatung für Ihren Hund.